Sanddorn

Botanik oder Was ist Sanddorn?

    
Der Sanddornstrauch Hippophae rhamnoides (Linné) gehört zur Familie der Ölweidengewächse und stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Über die Mongolei und Russland kommend, ist der unscheinbare Strauch heute weltweit verbreitet und in unseren Breiten auch in Nord-, Mittel- und Südeuropa beheimatet. Häufig finden wir ihn an der Nord- und Ostseeküste.

Der Strauch wächst baumartig hoch, mit schmalen silbrig-glänzenden Blättern und stachelbewehrten Ästen auf kargen und sandigen Böden. Er bildet ein weitreichendes Wurzelsystem aus und ist mit Hilfe von Strahlenpilzen in der Lage, Luftstickstoff zu binden.

Ursprünglich als Windschutz zur Küstenbefestigung oder als Absicherung von Ödflächen angepflanzt, ist er als Obst- oder Nutzpflanze erst in letzter Zeit bekannter und anerkannter geworden.

Die Pflanze ist zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Früchte befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Die Reifezeit ist von Ende August bis Oktober.

Ein vitalstoffreiches Talent

Man könnte die leuchtenden orangeroten Beeren des Sanddornstrauches auch als die Zitronen des Nordens bezeichnen. Sie schmecken fruchtig, ein wenig bitter und sehr sauer, sind aber sehr vitaminreich.

Man findet die dornigen Sträucher, die an den Boden keine hohen Ansprüche stellen, in den Dünen der Nordseeinseln. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wird der Sanddorn im größeren Maße angebaut.

Das Einzigartige am Sanddorn: Die Beeren bieten ein unübertroffenes Spektrum an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Diese Kombination wird von kaum einer anderen Obst- oder Gemüseart erreicht, und der Sanddorn wurde als bester einheimischer Vitamin-C-Lieferant lange Zeit verkannt.

So enthält Sanddorn etwa 9× soviel Vitamin C wie Orangen und 3× soviel wie schwarze Johannisbeeren (d.h. durchschnittlich 450 mg pro 100 Gramm Beeren). Die Beeren liefern aber noch weitere wichtige Substanzen für Stoffwechsel und Haut.

Inhaltsstoffe

Geschätzt wird der Sanddorn wegen seines sehr hohen Gehalts an Vitamin C.

Die Beeren enthalten aber noch weit mehr: die Vitamine B1, B2, B6 und B12, Folsäure und Biotin, Vitamin E und K, β-Carotin als Vitamin A-Vorstufe, die Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Mangan und Eisen, sowie Phytosterine, Amine und Polyphenole (sogenannte sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe).
   
Vitamin B12
   
Vitamin B12 entsteht in den Samenschalen des Sanddorns durch Symbiose mit dem Mikroorganismus Actinomyces in einer Konzentration, die bisher nur in Fleisch bekannt war. Damit ist der Sanddorn für Vegetarier doppelt interessant.

Sanddornöle
   
Die Sanddornöle sind wegen ihrer besonderen Zusammensetzung erwähnenswert:

  •  Das Fruchtfleischöl wird ähnlich dem Olivenöl durch Kaltpressung gewonnen und enthält β-Carotin, Vitamin E, Palmitinsäure, Palmitoleinsäure und Ölsäure.
  • Dagegen enthält das Kernöl, gewonnen aus den nussartigen Kernen, weniger β-Carotin aber einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren: Linolsäure und Linolensäure.

Anwendung

Sanddorn-Saft

Er wird daher vor allem in den Wintermonaten zur Stärkung des Immunsystems getrunken und gegessen, vorbeugend bei Infektanfälligkeit, Erschöpfung und zur Leistungssteigerung. Ein erhöhter Vitamin C-Bedarf liegt auch in der Schwangerschaft, Stillzeit, im Wachstum, bei alten Menschen, bei Diabetikern, und bei Rauchern vor. Leicht kann dieser Bedarf durch 2-3 Eßlöffel Sanddorn-Saft gedeckt werden.

Durch den Gehalt an β-Carotin, Vitamin E und Vitamin C ist Sanddorn das ideale natürliche Antioxidans gegen freie Radikale.

Vitamin B12 ist gemeinsam mit Folsäure und Vitamin B6 in der Lage das Stoffwechselprodukt Homocystein abzubauen, das als hoher Risikofaktor bei Herz-Kreislauferkrankungen gilt.

Sanddorn-Pflegeöl

Das Allroundtalent Sanddorn ist noch vielseitiger einsetzbar: Das Öl enthält wertvolle Vitamine und notwendige Fettsäuren, die die Haut schützen, regenerieren und ihr aufbauende Impulse geben. Der hohe Carotin-Gehalt ist in Verbindung mit den genannten bioaktiven Substanzen die Ursache für diese außergewöhnlichen Eigenschaften des Sanddornöls.

Anwendungsgebiete sind neben der Hautpflege und Regeneration („skin-repair und anti-age“) die Behandlung von Sonnenbrand und Strahlenschäden.

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